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Gemeinde Hallbergmoos  |  E-Mail: info@hallbergmoos.de  |  Online: http://www.hallbergmoos.de

Hallbergmoos

Von der Moorsiedlung zum High-Tech-Standort

 

Die Gemeinde Hallbergmoos liegt im Dreieck München - Freising - Erding in unmittelbarer Nachbarschaft zum Münchner Flughafen. Zum Zentrum der Landeshauptstadt München sind es 25 km, zur Kreisstadt Freising 12 km, und nach Erding fährt man etwa 18 km. Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Goldach, Birkeneck und Erching sowie einige Einödhöfe. Der Ort Hallbergmoos liegt auf einer Meereshöhe von 460 m NN. Die weiten Flächen östlich der Isar zwischen Freising und Föhring (am heutigen Münchner Stadtrand) waren seit Jahrhunderten im Besitz der Fürstbischöfe von Freising. Da man hier nur Weideflächen, Auwälder und Sumpfland vorfand, gab es außer der Ortschaft Ismaning kaum eine Besiedelung. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts erbaute man in diesem wildreichen Gebiet das Schlossgut Erching sowie das fürstbischöfliche Jagdschloss Birkeneck.

 

Schon die Endung des Namens Erching verrät, dass es sich hier um eine sehr alte Gründung handelt. So findet sich die erste Erwähnung bereits in einer Schenkungsurkunde Fürst Tassilos an den Freisinger Bischof Joseph im Jahre 750 n. Christus. Bei den Weideflächen wurde ein Meierhof und 1652 ein kleines Schloss erbaut, das die Fürstbischöfe häufig zu Sommeraufenthalten genutzt haben. Heute ist das Schlossgut Erching in Privatbesitz. Das Schloss selbst ist noch immer von einem breiten Wassergraben umgeben und hat so als idyllisches Wasserschloss die Zeiten überdauert. Der Name „Prikhet" erscheint urkundlich erstmals 1035 und war ein damals noch unbesiedeltes Birkenwäldchen. Das heutige Schloss Birkeneck, das den Freisinger Fürstbischöfen als Jagdschloss diente, wurde im Jahre 1706 von Fürstbischof Johann Franz Ecker zu Karpfing erbaut. Nach der Säkularisation 1803 wechselte das Schlossgut in rascher Folge seine Besitzer. 1925 erwarben es die Herz-Jesu-Missionare und richteten dort ein Heim für gefährdete Jugendliche ein, das heute noch unter dem Namen „Jugendwerk Birkeneck" geführt wird.

 

Von Schloss Birkeneck ging die Ortsgründung aus, denn 1826 verschlug es den Freiherrn Karl Theodor Maria Hubert Isidor von Hallberg-Broich hierher.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Graf HallbergFreiherr von Hallberg-Broich war seinerzeit eine äußerst schillernde Persönlichkeit und führte ein sehr bewegtes Leben, wie in manchen Biographien nachzulesen ist: 1768 auf Schloss Broich im damaligen Herzogtum Jülich und Berg (zwischen Düsseldorf und Aachen) geboren, riss er bereits im Alter von 10 Jahren von zu Hause aus und verdingte sich als Schiffsjunge. In den Folgejahren begann er mehrere Studien, unternahm - oft zu Fuß - große Reisen in die entferntesten Länder und verfasste diverse Publikationen und Bücher. Zudem war er Heerführer in den Befreiungskriegen gegen Napoleon und strebte sogar nach der schwedischen Königskrone. 1819 kam er nach Bayern und erwarb Schloss Fußberg in Gauting bei München. Seither nannte man ihn - wohl wegen seines skurrilen Aussehens und seiner Schrulligkeit - den „Eremit von Gauting".

 

Mit dem Ziel die Moorflächen im Erdinger Moos nach holländischem Vorbild trocken zu legen und zu besiedeln, erwarb er 1826 Schloss Birkeneck. Er ließ Entwässerungsgräben ausheben um den Grundwasserspiegel zu senken. Erst dadurch wurde Landwirtschaft und damit eine Besiedelung des Gebietes möglich. Durch die Entwässerungsgräben entstand die Grundstruktur des Ortes mit den zwei geraden Längsachsen (Theresienstrasse und Maximilianstrasse) und den rechtwinkeligen Querstrassen dazwischen. 1830 kamen die ersten Siedler, vor allem aus Baden, der Pfalz und der Oberpfalz und suchten hier ihr Glück. Hallberg hatte bei seinen Besiedelungsplänen gegen das Misstrauen der Nachbarorte und die Bedenken des Landgerichts Freising zu kämpfen, die spöttisch von der „Armenkolonie" sprachen. Aber im Bayerischen König Ludwig I., seinem Duzfreund, hatte er einen wohlwollenden Gönner. Von ihm erhielt er Gelder für seine ehrgeizigen Pläne. So ist verständlich, dass sich an Hallbergmooser Straßen noch heute Namen aus der königlichen Familie (Ludwig-, Theresien-, Maximilian-, Mathilden- und Ottostraße) wieder finden.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Theresienstraße 1929Im Jahre 1840 zog Hallberg weiter und reiste noch mehrmals durch die Welt, bis er 1862 im begnadeten Alter von 93 Jahren auf Schloss Hörmannsdorf bei Landshut starb.

Der nach ihm benannte Ort entwickelte sich schnell weiter. Ab 1832 gab es den ersten Schulunterricht für ca. 31 Kinder, und bereits 1833 wurde die Kirche St. Theresia eingeweiht. 1840 lebten in Hallbergmoos 307 Siedler, bis 1890 hatte sich die Zahl auf etwa 1000 erhöht. Nach dem zweiten Weltkrieg zählte man durch den Zuzug vieler Heimatvertriebener fast 2600 Einwohner. Ein wesentlicher Einschnitt in die Geschichte der Gemeinde war die Gebietsreform 1978. Das bis dahin zu Notzing, Landkreis Erding, gehörende Goldach (entstanden 1865) wurde an die Gemeinde Hallbergmoos angegliedert. Dadurch wuchs die Einwohnerzahl um ein weiteres und hat sich in den letzten 20 Jahren nahezu verdoppelt auf heute etwa 10.541 Einwohner aus 85 Nationen (Stand. 31.12.2014). Mit einem Durchschnittsalter von 38,4 Jahren ist Hallbergmoos die jüngste Gemeinde Bayerns.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Luftgruß HallbergmoosZu dem enormen Einwohnerzuwachs trug vor allem auch der Großflughafen München bei, der im Mai 1992 im Erdinger Moos eröffnet wurde. Viele moderne Betriebe siedelten sich in einem neu ausgewiesenen Gewerbegebiet an, vor allem Unternehmen aus der Computer- und Kommunikationsbranche, aber auch flughafenabhängige Firmen. Auch die ortsansässigen Händler und Gewerbetreibenden bauten ihre Dienstleistungen und handwerklichen Angebote aus. Die meisten dieser Betriebe schlossen sich 1989 zur „Werbegemeinschaft der Fachbetriebe Hallbergmoos-Goldach" zusammen, heute „Hallbergmoos in Aktion".

 

Nach langwierigen Auseinandersetzungen mit den zuständigen Behörden setzte man einen eigenen S-Bahn-Haltepunkt Hallbergmoos an der Linie S8 Flughafen-München durch.

 

Für die überwiegend jungen Familien hat Hallbergmoos eine Menge zu bieten:

neben dem Hallbergmooser Traditionssport Ringen (SV Siegfried) gibt es beim Sportverein VfB Hallbergmoos-Goldach e.V. derzeit 13 verschiedene Sportabteilungen. Ein kleiner Auszug: Fußball, Tennis, Gymnastik/Fitness. Das umfangreiche Sportangebot kann unter www.vfb-hallbergmoos.de ersehen werden.

Ein groß angelegtes Sportzentrum ist im Entstehen. Bei der Volkshochschule kann man sich von einem großen Angebot, unter anderem einer umfangreichen Musikabteilung, inspirieren lassen. Daneben bereichern viele Vereine das Gesellschafts- und Kulturleben im Ort.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Bild Kindergarten

Hallbergmoos bietet Einrichtungen für alle Altersstufen. Neben den vier Kindergärten gibt es Kinderbetreuungsmöglichkeiten schon für die Kleinsten, zwei modernen Horten, eine Grundschule und eine Mittelschule. Weiterführende Schulen sind bequem mit dem Bus und der S-Bahn zu erreichen. Mit dem Bau eines Seniorenheimes wurde man auch der älteren Generation gerecht.

 

Im Jahre 2003 konnte man das neue Rathaus beziehen. Gemeinsam mit einem Wohn- und Geschäftshaus, das man gegenüber errichtete, schaffte man damit in unserem lang gestreckten Straßendorf endlich ein Orts-Zentrum als Treffpunkt für Jung und Alt.

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